100 Jahre und kein bisschen leise – Die Geschichte der Allacher Straße


Am 17. 2.1901 wurde erstmals ein Baulinienplan für die heutige Allacher Straße erstellt. Sie wurde im Jahr 1904 nach der Bay. Straßenbauordnung des kgl. Baurats Siegmund v. Schacky als Kiesmakadamstraße gebaut. Östlich der trennenden Bahnlinie hieß sie noch Moosacher Straße und im Westen Ballaufstraße.


1924 wurde an der Bahnlinie ein Bahnübergang an der Ballaufstraße erstellt, der 1928 auf Betreiben des Bürgermeisters von Allach mit einem Bahnwärterhaus zusätzlich gesichert wurde.

 
1934 wurde die Moosacher Straße in den Genehmigungsplänen mit 12 m
Breite vorgesehen.

 
Am 1.12.1938 wurden die bisher selbständigen Orte Allach und Untermenzing in die Stadt München eingemeindet. Innerhalb von 3 Wochen wurde die Fahrbahn der nun in Allacher Straße umbenannten Verbindungsstraße geteert, damit die Transportwege zur angesiedelten Schwerindustrie in der Angerlohe besser wurden. Nach dem Krieg entstan- den erste Kleinbetriebe.

 
Der kleine Busch überstand alle Umbauten der Straße.
Am 22. 8.1960 sah der Baulinienplan Nr. 3359/58 eine Verbreiterung der Allacher Straße auf 15 m vor. Die Allacher Straße wurde als Ortsstraße geführt. Gemäß der Eisenbahnkreuzungsrechtlichen Vereinbarung vom 18.2.1960 sollte der bestehende niveaugleiche Bahnübergang Allacher Straße aufgelassen und statt dessen eine Unterführung nur für Fußgänger und Radfahrer gebaut werden. In den 50er Jahren begann der Bau der Angerlohsiedlung. Im west- lichen Teil der alten Allacher Straße wurde die Kanalisation gebaut. Die Straße hatte zu dieser Zeit in einer Höhenlage von 509,375 m ü. NN.
1972 wurde auf dem Städt. Grundstück der Olympische Jugend- treff gebaut. Nicht nur der Busch wurde größer, sondern auch die Straßenhöhe steigerte sich auf 509,59 ü. NN.

Am 14.10.1983 wurde der Bebauungsplan Nr. 1393 (www.Muenchen.de – Baureferat -Bauleitplanung) für die v.-Kahr-Straße als Entlastung der Allacher Straße beschlossen, damit der Bahnübergang geschlossen und die Fußgängerunterführung unter der Bahnlinie realisiert werden konnte.

 
1981 wurde auch im östlichen Bereich der Allacher Straße die Kanalisation gebaut. Im Oktober 1984 wurde die v.-Kahr-Straße zur Entlastung der Allacher Straße völlig fertiggestellt.

 
1985 wurden neue Kabelanschlüsse im Erdreich verlegt. Durch die immer wieder kehrenden Aufdoppelungen des Asphalts war die Straße nun 509,99 m ü. NN hoch. Auf den neben stehenden Bildern ist die Einmündung der Sickenberger Straße vor und nach den Straßenreparaturen zu sehen. Im oberen Bild ist die Anpassung des Asphalts an die neue Straßenhöhe zu sehen. Die nachstehende Luftaufnahme zeigt den Arbeitsbereich für die Anhebung der Einmündung um 6 %.
Die Allacher Unterführung wurde 5.10.1987 für Fußgänger und Radfahrer geöffnet.
Auf Betreiben vor allem von Handel und Gewerbe westlich der Bahn wurde diese Konzeption entgegen früherer Aussagen 1987 umgestoßen und die Bahnunterführung doch für den Kfz-Verkehr am 19.3.1988 geöffnet. (Siehe download Anträge Bezirksausschuss)
„(Fast) freie Fahrt im Fußgängertunnel“ betitelte die SZ am 14.09.1988 ihren Bericht über die Freigabe des Fußgänger- und Radfahrertunnels auch für den Autoverkehr. Auf rund 400 Fahrzeuge täglich wurde nach der Prognose der Stadt das zu erwartende Verkehrsaufkommen geschätzt. Den Bürgern wurde versprochen, bei anderer Verkehrsentwicklung sofort und mit Nachdruck einzuschreiten.

 
1989, Bereits 1 Jahr nach Öffnung der Allacher Unterführung wurden in den Hauptverkehrszeiten 600 Fahrzeuge / Stunde in der Unterführung gezählt. (Download Anträge Bezirksausschuss Stadtanzeiger vom 23.11.1989. Verkehrshemmende Poller lehnte der BA 23 ab.)


1991 wurde die Allacher Unterführung für 40.000,-- DM nun zum 3. Mal umgebaut. (Download Anträge
Bezirksausschuss Münchner Wochenblatt v. 15.5.1991) (download Bürgerfragen und Politiker antworten)

Schreiben Herr Dr. Gauweiler vom 10. 1.1986


So die Versprechungen und so die Wirklichkeit: Nach der jüngsten Verkehrszählung der Stadt München am 7.Oktober 2010 haben rund 8.400 Kraftfahrzeuge die Bahnunterführung durchfahren. Auf der Strecke geblieben sind die Anliegen der Bürger, die Glaubwürdigkeit der Politik und das Vertrauen in Politiker.

 
Die Lebensqualität der Anlieger wird den Verkehrsströmen aus den neu er-warteten Baugebieten zu beiden Seiten der trennenden Bahnlinie geopfert. Die vom BA 23 geforderten überregionalen Straßenquerverbindungen aus den an- grenzenden Stadtteilen die zur Entlas- tung der stadtauswärts führenden Hauptverkehrsstraßen dienen sollen, gehen ohne Prognoseberechnung für die Zukunft ungeprüft weiter zu Lasten der Allacher Straße. Dagegen wehrt sich der Verein IG Allacher Str. mit allen möglichen demokratischen Mitteln.