KONZEPT

der Interessengemeinschaft Allacher Straße e.V.

 www.ig-allacherstrasse.de

 München, den 4.3.2013/IGAV

















Inhaltsverzeichnis:

1. Ausgangslage

2. Verkehrssituation heute

3. Gründung und Zweck der
Interessengemeinschaft Allacherstrasse e.V.

4. Zielsetzung der Interessengemeinschaft Allacherstrasse e.V.

5. Mögliche Lösungen














1. Ausgangslage
Nach dem Verkehrsentwicklungsplan für die Stadt München sind in den beiden Stadtteilen die Von-Kahr-Straße und die Eversbuschstraße dem Hauptstraßennetz für den motorisierten Individualverkehr zugeordnet; die Allacher-Straße zwischen Ernst-von-Beling-Straße und Angerloh-/Krautheimstraße hat die Funktion als Sammelstraße für die anliegenden Wohngebiete.

„Die Von-Kahr-Straße soll als Zellenrandstraße das Stadtgebiet Allach– Untermenzing erschließen und ausreichend an das übergeordnete Hauptstraßennetz anbinden. Sie bekommt damit die Aufgabe, die Verkehrsaufkommen aus nördlich und südlich angrenzenden Baugebieten aufzunehmen und in einer Trasse zu bündeln, in der wirksame Lärmschutzeinrichtungen möglich sind und deshalb Beeinträchtigungen geringer gehalten werden können als z. B. in durchgehend angebauten parallelen Straßenzügen (Verkehrssammelfunktion).“ (Aus der Vorlage für die Sitzung des Stadtrates vom 24. Juli 1985)

Weiter heißt es in der Vorlage: „Sollte die Offenhaltung (gem. ist die Bahnunterführung Allacher-Straße)… durchgeführt werden, bestünde die Gefahr einer Bildung von unerwünschtem Durchgangsverkehr in Richtung Norden über die Allacher-Straße und das angrenzende Wohngebiet, da auf dieser Route mindestens zwei ampelgeregelte Knoten an der Von-Kahr-Straße umgangen werden könnten.“

An Stelle des früheren Bahnübergangs wurde die Bahnunterführung Allacher-Straße für Fußgänger und Radfahrer laut Beschluss vom 21.05.1980 genehmigt und von der Deutschen Bahn der Stadt am 5.10.1987 fertig übergeben. Die Gesamtbreite der Unterführung war damals 6 m.
Bereits während der Bauzeit beantragten die Stadträte Dr. Uhl und Zöller gegen den Einspruch der Bürger mit 500 Unterschriften die Durchfahrt für PKW's. Der Münchner Stadtrat hat darauf zwar in seiner Sitzung vom 25.06.1985 mit Mehrheit und gegen die Stimmen der Stadtratsmitglieder der „Grünen“ die Öffnung der Bahnunterführung auch für den PKW-Verkehr beschlossen, allerdings mit der klaren Maßgabe, dass „durch verkehrslenkende Maßnahmen gesichert werden muss, dass diese Unterführung nur dem Anliegerverkehr dient, während der überörtliche Verkehr in der Von-Kahr-Straße abgewickelt wird.“
Der Ausführungsbeschluss des Bauausschusses des Stadtrats vom 25.11.86 enthielt dementsprechend verschiedene bauliche Anforderungen, die „bewirken sollen, daß die Unterführung für den Durchgangsverkehr unattraktiv wird und der verbleibende PKW-Verkehr Schrittgeschwindigkeit einhält.“

In diesem Beschluss wurde das Bauwerk zwar auf 7 m verbreitert, die Fahrbahn war aber auf 3,50 m begrenzt, so dass jeweils nur 1 PKW die Unterführung befahren konnte und der Durchfahrtverkehr ausgeschlossen blieb. Anstatt der früher stündlich ca. 600 Kraftfahrzeuge auf dem Bahnübergang sollten laut Prognose nur noch ca. 400 Fahrzeuge / Tag die Bahnunterführung nutzen. Die Mehrkosten von ca. 800 000 DM trug die Stadt.

Parteien und Bezirksausschuss sicherten den Bürgern zu, konsequent auf die Einhaltung der Beschlüsse zu achten. Am deutlichsten hat dies für den Bezirksausschuss dessen Vorsitzender Willi Lucke in seinem Schreiben vom 09.12.1987 formuliert:
„Unabhängig davon können Sie aber versichert sein, daß der Bezirksausschuß Wert darauf legt, daß diese Unterführung dem internen Verkehr zwischen den Bewohnern beiderseits der Bahnlinie dienen und keinesfalls ein Weg für den Durchgangsverkehr werden soll.“ 








2.Verkehrssituation heute
Die Stadtratsbeschlüsse von 1985 und 1986 haben nach wie vor Bestand. Dies hat Frau Cornelia Unterhuber vom Baureferat auf Nachfrage der SZ bestätigt (s. SZ vom 03.02.2012 „Der Streit ums Nadelöhr“).
Dennoch wollen Stadtverwaltung und Bezirksausschuss von den Stadtratsbeschlüssen nichts mehr wissen.
Heute stellt sich die Verkehrssituation im Bereich der Allacher Bahnunterführung wie folgt dar:
Entgegen den Stadtratsbeschlüssen und den Zusagen der Parteien wurden die ursprünglichen Fahrbahnverengungen beseitigt; die Fahrbahnbreite für KFZ zu Lasten von Fußgängern und Radfahrern von 3,50 m auf mehr als 4,50 m erweitert und eingebaute Poller entfernt.
An der Einmündung ab der Von-Kahr-Straße wurde eine Verkehrszählung am Donnerstag, 07.11.12 in Auftrag des Planungsreferats der Landeshauptstadt München durchgeführt. Die Ergebnisse entsprechen in etwa der Zählung vom 07.10.2010. Daraus resultiert, dass ca. 8.500 Kfz in die Allacher-Straße einbiegen, davon ca. 150 LKW's und Busse des ÖPNV. Je nach Straßenabschnitt sind dabei mehr als 50 bis 80 % reiner Durchgangsverkehr.
Statt der prognostizierten 400 Kraftfahrzeuge pro Tag fahren nach den jüngsten Zählungen täglich ca. 8.400 durch die Allacher Bahnunterführung.
Die Allacher-Straße zwischen Ernst-von-Beling-Straße und Allacher Bahnunterführung hat sich von einer Sammelstraße für die anliegenden Wohngebiete zu einer Durchgangsstraße und damit zu einer Alternativroute für die Von-Kahr-Straße entwickelt, allerdings ohne jeden Lärmschutz.
Auf der Strecke geblieben sind Verkehrssicherheit, Lärmschutz und Lebensqualität nicht nur für Anwohner, sondern generell für viele Bürger östlich der Bahnlinie.

Verkehrssicherheit:
Im gesamten Streckenabschnitt der östlichen Allacher-Straße auf einer Länge von 1,2 km von Ernst-von-Belingstraße bis Bahnunterführung Allacher-Straße gibt es keine Querungshilfen, mit Ausnahme einer überflüssig gewordenen Druckampel an der Gruithuisenstraße, obwohl die Straße ein wichtiger Schulweg zur Grundschule Manzostraße und zum Schulzentrum an der Pfarrer-Grimm-Straße ist, sowie als Fußweg zur S-Bahnhaltestelle Untermenzing gekreuzt werden muss. Vor allem Schulkinder aber auch ältere Menschen leben ständig mit erhöhtem Risiko.

Lärmbelastung:
Laut Lärmschutzkarte 2007 der Stadt München werden in der Allacher-Straße 65 – 70 dB(A) erreicht. Nachts beträgt der Lärm 55 – 60 dB(A). Nach Meinung vieler Fachleute führen Lärmbelastungen, die tagsüber dauerhaft oberhalb von 65 dB(A) liegen, zu einem erhöhten Risiko u. a. für Herz-Kreislauferkrankungen. Lärm nervt nicht nur, Lärm macht auch krank. Und der Lärmbelastung durch den Straßenverkehr sind die Anwohner ausgeliefert.

Lebensqualität:
Die Lebensqualität ist generell eingeschränkt. Erholung in den Gärten, auf Balkonen und Terrassen ist kaum möglich. Luft- und Staubbelastungen sind nicht nur unangenehm, sie beeinträchtigen Umwelt- und Wohnqualität.


Hauptproblem ist dabei der gebietsfremde Durchgangsverkehr von täglich mehr als 5000 Fahrzeugen.

Die Verkehrsproblematik um die Allacher-Straße erhielt eine neue Dimension durch die Ausbauplanung der Stadt München.
In einer Einwohnerversammlung am 26.05.2010 wurden die Bürger über die Ausbauplanung informiert.
Demnach würde die reine Fahrbahnbreite von bisher 6,5 bis 7 m auf 5,5 m reduziert. Tatsache ist, die Fahrbahnbreite wird auf Grund des niveaugleichen sog. Fahrradangebotsstreifen durchgehend auf 7 m verbreitert.
Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung lehnte der Vertreter des Baureferates ab, weil
• die Straße als Hauptsammelstraße definiert sei,
• täglich von ca. 10.000 Fahrzeugen befahren würde
• und deshalb verkehrsberuhigende Maßnahmen nicht möglich seien.
(vgl. Protokoll zur Informationsveranstaltung am 26.05.2010)
Es ist nicht nur zu befürchten, es ist zu erwarten, der Ausbau der Allacher-Straße östlich der Bahnlinie dient in erster Linie dazu, die zu erwartende Verkehrszunahme aus der sog. Quartiersentwicklung Oertelplatz, der baulichen Entwicklung im Bereich Diamaltgelände und der sonstigen baulichen Verdichtung westlich der Bahn aufzunehmen. Die Allacher Straße wird zur attraktiven Alternativroute zur Von-Kahr-Straße ausgebaut, aber ohne Lärmschutz.
Untermauert wird diese Befürchtung durch einen Antrag des BA-Mitglieds Falk Lamkewitz der Partei Bündnis 90/Die Grünen in der Sitzung des BA 23 am 08. Juni 2010, mit dem er eine Fußgängerröhre neben der Unterführung in der Allacher- Straße beantragt. Der Antrag wurde zwar mit den Stimmen der anderen im BA vertretenen Parteien abgelehnt, in einem Schreiben vom 28.01.2011 an den Vorstand der IG-Allacherstrasse, erklärte Herr Lamkewitz allerdings: „Meine BA-Kollegen wollten hingegen sowohl Radfahrer als auch Fußgänger in einer separaten Röhre führen (freie Fahrt für Autos).“


3. Gründung der Interessengemeinschaft Allacherstrasse e.V.
Aufgrund der Ausgangslage und der geschilderten Probleme wurde am 14. Mai 2011 der Verein „Interessengemeinschaft Allacherstrasse e.V.“ gegründet.


4.Ziele der Interessengemeinschaft Allacherstrasse e.V.
Wir wollen mehr Schulweg- und Verkehrssicherheit vor allem für Schulkinder und Fußgänger (Senioren), aber auch für Radfahrer.
Wir wollen die Bekämpfung des Straßenlärms aus Gesundheitsgründen. Die für die Allacher Straße ermittelten Lärmwerte sind in einem Bereich, in dem nach Auffassung von Medizinern die Grenze zur Gesundheitsgefährdung längst überschritten ist.
Wir wollen eine Verkehrsberuhigung zur Steigerung der Umweltqualität generell, zur Minderung von Luftbelastung und zur Verbesserung des Wohnumfelds.
Wir wollen eine Beschränkung der LKW-Fahrerlaubnis nur für den Anliegerverkehr; obwohl die Straßen größtenteils ungeeignet und zu schmal sind, wird Zulieferverkehr zu großen Industriebetrieben über solche Straßen abgewickelt.
Wir wollen Verkehrsberuhigung und mehr Verkehrssicherheit vor allem im Bereich der Bahnunterführung Allacher-Straße.
Die Belastungen für die Anlieger sind unerträglich, die Risiken für Fußgänger und Radfahrer, im besonderen Schulkinder sind nicht länger hinnehmbar.
Der Durchfahrtverkehr muss auf die dafür errichteten Hauptstraßen zurück geleitet werden.


5. Mögliche Lösungen
Damit die Zielsetzung erreicht werden kann, sind folgende Lösungsansätze in Betracht zu ziehen:

Reduzierung des Durchgangsverkehrs über die Allacher-Straße.
Rückbau der Bahnunterführung entsprechend dem Stadtratsbeschluss von 1986
• Der Kfz-Verkehr im Bereich der Bahnunterführung würde deutlich verlangsamt,
• die Attraktivität von Schleichwegen wäre erheblich reduziert. Klagen über Verkehrs- und Lärmbelastung in Wohngebieten westlich und östlich der Bahnlinie sind häufig Thema im BA; Hauptursache dafür ist die Ausweitung der Bahnunterführung Allacher-Straße entgegen dem Stadtratsbeschluss;
• für ca. 300 Schüler des Schulzentrums Pfarrer-Grimm-Str. würde der Schulweg wesentlich sicherer;
• die Belastungen für Anwohner aus der unerträglichen Verkehrssituation würden spürbar reduziert.
Hier steht der Stadtrat im Wort! Oder waren die Beschlüsse nur Täuschungsmanöver?

Sperrung der Bahnunterführung Allacher-Straße für den Durchgangsverkehr und entsprechende Ausschilderung
An der Einmündung ist ein Hinweisschild anzubringen, dass die Allacher Bahnunterführung für den Durchgangsverkehr gesperrt ist. Somit bleibt die Allacher Unterführung dem Anliegerverkehr auch aus den Nebenstraßen der Allacher-Straße wie geplant erhalten. (Das würde den Durchfahrtverkehr bereits um 4000 Fahrzeuge in der Allacher Straße und um 5000 in der Allacher Bahnunterführung reduzieren.) Bei Ableitung des Durchfahrtverkehrs über die dafür vorgesehene Von-Kahr-Straße würde sich die Lärmbelastung bei Halbierung des PKW-Verkehrs in der Allacher Straße um rund 3 dB(a) bereits vor Ausbau der Allacher-Straße reduzieren.

Anpassung von Hinweisschildern an Stadtratsbeschluss
An der Einmündung Ecke Von-Kahr-Str. sind die Hinweisschilder für Firmen über die Allacher-Straße auf ihrer Vereinbarkeit mit dem o.g. Stadtratsbeschluss zu überprüfen. Bei Wegweisung auf städtischem Grund ist auf deren Entfernung hinzuwirken, bei privaten Eigentümern sind entsprechende Kontakte aufzunehmen. Krauss-Maffei hat über die Ludwigsfelder Straße eine firmeneigene Grundstückszufahrt. 




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Verhinderung des LKW´s Durchfahrtsverkehrs.
LKW-Fahrverbot ab Hitl- / Zaunerstrasse bis Bahnunterführung.

Verkehrslenkende Maßnahmen auch im Umfeld der Allacher-Straße.
Der Stadtratsbeschluss von 1985 weist ausdrücklich darauf hin, dass durch verkehrslenkende Maßnahmen gesichert werden muss, dass die Bahnunterführung Allacher-Straße und damit auch die Allacher-Straße selbst im genannten Bereich nur dem Anliegerverkehr dienen sollen. Es ist Aufgabe der zuständigen städtischen Referate ein entsprechendes Konzept vorzulegen. Als Maßnahmen kommen in Betracht:
Einbahnstraßenkonzept westlich der Bahnlinie unter Einbeziehung z. B. der Elly-Staegmeyr-Straße, der Kirschstraße, der Franz-Nißl-Straße und Georg-Reismüller-Straße, östlich der Bahnlinie unter Einbeziehung z.B. Allacher-Straße, Manzostraße.

Maßnahmen zur Erleichterung und Beschleunigung des Verkehrs auf der Von-Kahr-Straße im Bereich Abzweigung Allacher Straße bis zur Einmündung Eversbuschstraße z. B. durch geeignete Ampelschaltung (insbesondere Parallelschaltung der Ampeln in diesem Streckenabschnitt).


Wegffall der Linksabbiegespur an der Kreuzung Eversbusch-/Allacher-Straße in Richtung stadteinwärts.

Bauliche Maßnahmen im Zuge des geplanten Ausbaus der Allacher Straße
Vorschläge dazu enthalten die Richtlinie für den Ausbau von Stadtstraßen oder die Empfehlungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. Berlin. Empfehlungen daraus sind:

• versetzte Parkbuchten zu beiden Straßenseiten zur Reduzierung der Durchfahrtsgeschwindigkeit



• Straßenaufpflasterungen auf beiden Fahrstreifen zur Reduzierung der Geschwindigkeit und für mehr Verkehrssicherheit für die Radfahrer.


• Fahrbahnversätze.

• Lärmmindernde Straßenbeläge:
Die Lärmbelastung an Straßen bestimmt neben der Verkehrsmenge vor allem auch der Straßenbelag. Lärmmindernde Straßenbeläge auch für innerörtliche Straßen sind bereits vielfach erprobt. Auch die Stadt München hat mehrere Projekte durchgeführt, offensichtlich mit Erfolg
Beim Ausbau der Allacher-Straße werden die gesetzlichen Werte der Lärmschutzverordnung mehrfach überschritten, so dass dort Maßnahmen zur Lärmvorsorge geboten sind. Wir fordern einen wirksamen aktiven Lärmschutz an Stelle teurer und meist unwirksamer Maßnahmen. Aktiver Lärmschutz dient allen, Anwohnern und Passanten.

Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h
Zu den Maßnahmen des aktiven Lärmschutzes zählen auch Geschwindigkeitsbeschränkungen. Eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 km/h lässt eine deutliche Verringerung der Lärmbelastung erwarten. Die Stadt ist nach ihrem eigenen schalltechnischen Gutachten verpflichtet, Lärmvorsorge zu treffen. Wir erwarten hierzu ein wirksames Handeln.

Wir fordern, dass die Allacher-Straße wieder in den Verkehrskontrollplan aufgenommen wird und Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden. In der Eversbuschstraße werden im Bereich von Tempo 30 zwischen den Einmündungen Allacher-Straße und Von-Kahr-Straße jährlich laut KVR 45 Kontrollen durchgeführt.

Verbesserung der Verkehrssicherheit

Aus Bezirksausschuss und Bürgerversammlungen wurden wegen der stark gestiegenen Verkehrsbelastung vielfach Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit gefordert. Zwischenzeitlich wurde zugesagt, die Ampelanlage von der Einmündung Gruithuisenstraße zur Kreuzung Hitl-/Zauner-Straße zu versetzen.

Im Bereich Karl-von-Roth-/Von-Reuter-Straße sind Zebrastreifen als Querungshilfen zugesagt. Wegen der Kurvenlage der Allacher Straße ist der Zebrastreifen besonders zu kennzeichnen, damit die Fußgänger und die Busbenutzer besser gesehen werden können. Die Sicht auf die Fußgänger ist durch die an der Kreuzung bestehende Bushaltestelle so eingeschränkt, dass vorbeugende Markierungen unerlässlich sind.

Wir erwarten, dass die Zusagen auch eingehalten werden.

Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit könnten auch bereits vor dem Ausbau vorgenommen werden. Die notwendige Risiko- und Gesundheitsvorsorge sollte der Stadt dies Wert sein.

Erarbeitung von Planungsgrundlagen

Politik für eine nachhaltige Stadtentwicklung erfordert mehr als die Ausweisung von Bebauungsgebieten oder die Erhöhung der Leistungsfähigkeit einer Straße. Sie bedarf einer Gesamtkonzeption insbesondere unter Einbeziehung der Verkehrsentwicklung. Die Devise, „Wohnraum schaffen, der Verkehr sucht sich seinen Weg“ reicht nicht aus.

In den Stadtbezirken Allach/Untermenzing mit den großen baulichen Veränderungen für Wohnen und Gewerbe im Bereich Oertelplatz, Diamaltgelände, der zu beobachtenden starken wohnlichen Nachverdichtung bis hin zur geplanten Bebauung mit Mischnutzung der Baugrundstücke von Untermenzing bis zur Gerberau ist eine zukunftsorientierte Verkehrsplanung dringend erforderlich.
Wir fordern eine realistische verkehrliche Rahmenplanung unter Berücksichtigung der zu erwartenden baulichen Entwicklung beiderseits der Bahnlinie.

Nach Angaben der Stadt soll die AllacherStraße östlich der Bahn nunmehr erstmalig ordnungsgemäß hergestellt werden. Wir erwarten, dass dies auch den Schutz der Anwohner vor Lärm- und Immissionsbelastungen einschließt. Dazu bedarf es eines schalltechnischen Gutachtens, das die bauliche Entwicklung beiderseits der Bahnlinie realistisch einbezieht und vergleichend die Lärmbelastung für Tempo 30 km/h und bei Tempo 50 km/h darstellt.

Zur Verbesserung der Schulwegsicherheit ist ein Schulweggrundplan für die Grundschule an der Manzostraße und das Schulzentrum an der Pfarrer-Grimm-Straße zu erstellen. Erhebliches Defizit besteht in Untermenzing noch immer trotz Elternbeiratsinitiativen östlich der Bahnlinie.


Lärm macht krank
„Lärm verursacht Krankheiten (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen) und Schlafstörungen, mindert die Arbeitsleistung und das Wohlbefinden von Menschen. So sind nach Berechnungen des Umweltbundesamtes 16 Prozent der Deutschen Lärmbelastungen ausgesetzt, die gesundheitliche Gefährdungen wie die Erhöhung des Herzinfarktrisikos mit sich bringen. Es besteht also dringender Handlungsbedarf.“

Diese Sätze aus dem Lärmaktionsplan der Stadt München können wir nur unterstreichen. An den Baumaßnahmen im Zusammenhang mit dem Ausbau der Allacher-Straße wird sich die Ernsthaftigkeit beweisen.